· 

Wer war der heilige Clemens? - Teil 2 "Clemensbrief"

Über das Leben und Wirken von Papst Clemens I. (50-wahrsch. 100 n.Chr.), einer der ersten Bischöfe Roms des Frühchristentums, ist nur wenig bekannt. Als Schüler des heiligen Petrus wurde er der zweite oder dritte Bischof Roms in der Nachfolge Petri - erst Jahrhunderte später wurden diese mit dem Ehrentitel „Papa“ versehen. 

 

Doch schon damals war der Versuch der römischen Bischöfe, auf andere regionale christliche Gemeinschaften Einfluss zu nehmen, spürbar. 

Vor diesem Hintergrund schrieb „Papst Clemens I.“ im Namen der Kirche von Rom den „Ersten Clemensbrief“. Dadurch erreichte er größere Bekanntheit, denn der Brief lässt heute aufschlussreiche Rückschlüsse auf das frühchristliche Glaubensleben im 1. Jahrhundert nach Christus zu. 

 

Der Brief umfasst ganze 65 Kapitel (und reicht mit dieser Länge beinahe an das Markusevangelium heran) und richtet sich an die Gemeinde in Korinth. Er enthält vor allem Zurechtweisungen und Ermahnungen zu Eintracht und Frieden an die Korinther, die damals umwälzende Ereignisse zu verkraften hatten: die Absetzung von Verantwortlichen der korinthischen Kirche hatte zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen und Kirchenspaltung geführt. 

Folgendes Zitat stammt aus diesem Clemensbrief. Der Pfarrgemeinderat hat es auf die Etiketten der Glühweinflaschen gedruckt, die nach der Adventsfenster-Aktion 2020 verschenkt wurden (siehe Foto):

 

„Mag einer gläubig sein, mag einer tüchtig oder weise sein, mag einer heilig sein, er muss umso demütiger sein, umso mehr er sich erhaben fühlt, und er muss das suchen, was allen gemeinsam, nicht ihm allein nützlich ist.“ - Papst Clemens I. an die Gemeinde in Korinth

 

Obwohl der Clemensbrief nicht Bestandteil des Neuen Testaments wurde, wurde er einige Jahrhunderte häufig in Sonntagsgottesdiensten als Lesungstext verwendet. In der syrischen Kirche wurde er sogar Teil der heiligen Schrift. Heute wird der Text dem Kanon der apostolischen Väter zugeordnet. Dort wurden Schriften von Autoren von ca. 50-150 n.Chr. zusammengefasst, bei denen man eine persönliche Beziehung zu den apostolischen Vätern vermutete.

 

Wer den Clemensbrief gerne in Gänze lesen möchte, findet im Internet z.B. auf der Seite „Bibliothek der Kirchenväter“ alle 65 Kapitel des Schreibens: 

https://bkv.unifr.ch/works/1/versions/1/divisions/93584

 










Unsere Reihe zum Patron unserer Kirche